Man hat es nicht immer leicht. Im Leben? Im Beruf? In der Schule? Ja, hätte ich in der Schule statt Latein, Französisch gelernt, dann hätte ich das Vergnügen mehr als nur einen Text vom grandiosen ersten Longplayer Vasistas von Mopedrock zu verstehen. Der einzige englische Song „Leave your home“ erinnert musikalisch an die von mir sehr geschätzten Belgier dEUS, die in letzter Zeit keinen großen musikalischen Wurf mehr landen konnten. Aber ihr Album Worst Case Szenario ist bis heute eines meiner Lieblingsalben aus Teenagertagen. Als Mittdreißiger freut man sich dann umso mehr, wenn ein Lieblingsalbum wieder aus heimischen Gefilden kommt. Das höfliche Label Konkord wird von mir sehr geschätzt, seit Jahren dem Kommerz strotzend, auf 3:30 Lieder scheißend und großartige Bands ans Licht der Öffentlichkeit fördernd. Danke Siggi, dass Du mir dieses Album geschickt hast. Lang ist es aus Zeitmangel, fast auf meinem Schreibtisch verstaubt, um jetzt wieder entdeckt täglich auf meinem Iphone in Heavy Rotation mir schöne Moment beschert. Nur erahnen kann ich worüber Jakob Ortis singt. Ein wenig über Paris, über Politiker wie Nicolas Sarkozy über 1234567 und übers Paradise. Großartige Musik. Mit vermutlich auch großen Texten. Wenn eine 60er Jahre Garagenpunkband Francois Hardy zu einem musikalischen Tête-à-tête auffordert, dann kann Noir Desire schon mal einpacken.Mopedrock ist wie der Name schon sagt Rock. Und das so was von! Mopedrock - Vasistas? [KONKORD 057] by konkord Umsomehr freue ich mich in der nächsten Ausgabe von Gezeichnet fürs Leben am 20. Februar 2011 Mopedrock um 23.00 Uhr live begrüßen zu dürfen. Ein bis zwei Livenummern wird das Quartett zum Besten geben und kühles Bier zu Ihrer Lieblingsmusik vermutlich aus Champagnergläsern schlürfen. Don´t miss this!
...in every pocket in every town, heißt es im Song „The King Killer of Murder Town“ aus dem Album "The Barkinghouse" der Sundresses. The Sundresses kommen aus Cincinnati, aus Ohio. Dort sind sie eine kleine Berühmtheit. In unseren Breiten kennt sie keine Sau. Und ich würde sie auch nicht kennen, wäre da nicht ein gewisser David Jarred aus Cincinnati, der zufällig mit mir befreundet ist. Wenn ich ihn alle zwei, drei Jahre in Wien sehe, dann drückt er mir eine Cd in die Hand und sagt. Do you know the... That´s a great band from... Und ich kenne Sie natürlich nicht. Nie. Never ever...Das mag peinlich klingen, ist es aber nicht. Denn würde ich nach San Francisco fliegen, wo der gute Dave eigentlich herkommt und ihm die neue Ja, Panik, Nino aus Wien oder Kreisky Vinyl in die Hand drücken, er würde sie nie und nimmer kennen und auch kein Wort von dem verstehen, was die von mir sehr geschätzten Herrschaften da von sich geben. Aber was das gute an meinem Freund Dave ist, er hat einen außerordentlich guten Musikgeschmack. Und obwohl mich das scheußliche Cover der Sundresses anfangs etwas abschreckte ist ihre Musik mehr als nur fein. Die Stimme des Sängers erinnert an Henry Rollins. Nur das ihre Musik nicht nach Rollins klingt. Ihre Mischung aus Punk, Swing, Jazz und Folk, klingt so als würde Hank Williams auf einer riesigen Party ein Fass Whisky mit Johnny Ramone aufmachen, während der gute Tom Waits betrunken in die Tasten seines imaginären Pianos hämmert. Hier steppt der Apocalypso, hier groovt der Schwermut. Musik die zu räudig ist, um jemals von irgendeinem Hipsterblog zum nächsten Big Thing hochstilisiert zu werden. Zu erdig, zu ehrlich, zu schön um war zu sein. The Sundresses...Das Album The Barking House aus dem Jahr 2008 – Eine schwere Hörempfehlung. Und Dave Jarred, der ist Künstler und macht in seiner Freizeit auch Animationsvideos für Bands, aber nicht für so Kommerzcombos wie The Sundresses. Schade eigentlich!
In der Gezeichnet fürs Leben Sendung vom 16.12. 2011 wird Mäx Egger alias DJ Mad Mäx irgendeine Musik spielen. Weihnachtsschnulzen stehen wie immer nicht am Programm! Tom Waits vielleicht. Vielleicht auch nicht. Am Besten Ihr schaltet euer radio ein um 23.00 Uhr. Damit euch die Neugier nicht auffrißt!