Montag, 28. Juni 2010

Summer of 1986...

...ist keine Update eines alten Bryan Adams Hits. Es ist auch kein Albumtitel, aber es ist der Sommer in dem sich fünf kleine Jungs in Vancouver zum ersten Mal trafen, und Freunde wurden. Die EXPO 86 stand im Zeichen der Zukunft und so wurde ein Plan geschmiedet, sich in den 2000er Jahren wieder zu treffen und eine Band namens Wolf Parade zu gründen. Ein kühner Plan, der nur so vor Weitsicht strotzt.
Und es ging folgendermaßen vor sich: Der kleine Spencer Krug, der einen Faible für Neonfarben hatte und schon früh wußte, dass er nie zu den coolen Kids in der Schule gehören würde, lernte freiwillig Klavier. “But if I play piano then I get to sing,” sagte er. “Okay, but I want to sing too,” sagte Dan Boeckner. “I’ll sing with you like Goose and Maverick in Top Gun. Top Gun rules.” I get guitar!” so Dante DeCaro, der jüngste.“No,” antwortet Dan, “I do. I get guitar.” - “But I’ll get really good at it!” schrie Dante. “Shut up,” fuhr ihn Dan an, “You’re just little.” Am Ende wurde entschieden, dass beide Buben Gitarre spielen dürfen unter der Bedingung das Dante zwischen 1986 und den 2000ern eine Menge geiler Gitarrensolis übte. Gesagt, Getan!
Und in der Gegenwart gelandet werfen Wolf Parade am 29. Juni 2010 ihr drittes Album, EXPO 86, auf den Musikmarkt. Produziert wurde es ziemlich schnell: Ab November 2009 wurden die Songs geschrieben und im Februar und März 2010 wurden sie dann im Hotel2Tango in Montreal mit Howard Bileman aufgenommen. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Elf Songs, die durch ihren Rhytmus, die dreckigen Gitarrenriffs und auch die Freude am Musikmachen fetzen, was das Zeug hält. Die besten Nummern sind Little Golden Age, Ghost Pressure und Pobody´s (Nein das ist kein Tippfehler!) Nerfect. Videos gibt es noch zu keinem der Lieder, dass liegt vor allem daran, dass die Band von mehreren Videoproduzenten gehört hatte: Da muß ein Sportwagen, eine Wüste und ein Mittelfinger im Video sein. Auf die Frage von Wolf Parade, warum das so sein müßte, entgegneten die Produzenten:
“It’s what the music WANTS.”
- Tja, glücklicherweise ist das nicht, was die vier Kanadier mögen! - Die Videos werden wie bisher von einem Freund der Band gedreht werden. Wer am 22. September in Wien ist, der sollte Wolf Parade auf keinen Fall im Wiener Flex verpassen!


Hier ein älterer Song, um die durchaus mehr als nur großartigen Videos von Wolf Parade zu würdigen.


Und hier ein Song von Expo 86 aber wie gesagt (bzw. geschrieben ohne Video!):


Fotokredit: SUBPOP.com

Montag, 21. Juni 2010

Banker und Gangster

Wer an Element of Crime denkt, denkt zwangläufig an den Sänger und Mastermind Sven Regener, dass aber neben Herrn Regener mit Jakob Ilja ein zweiter Ausnahmegitarrist seit der Bandgründung im Jahr 1985 die Saiten zupft, wird gerne mal vergessen. Der Soundtrack zu Maximilian Erleweins neuem Streifen Schwerkraft ist ausschließlich von Herrn Ilja vertont worden. Und das ist gut so: Denn die zum Großteil aus Intrumentalstücken bestehende Compilation fängt die Stimmung des Films sehr gut ein. Mal driften die Songs in Richtung Italowestern ab, mal in Richtung Großstadtcowboygangstershow ala Pulp Fiction. Ein besonderes akkustisches Schmankerl ist die Nummer Camel Walk von der US-Combo Southern Culture on the Skids, die bereits seit 1983 ihr musikalisches Unwesen treibt in unseren breiten aber völlig zu Unrecht zu wenig Beachtung erlangt hat. Ebenfalls nett ist das Duett der beiden Hauptdarsteller des Films Fabian Hinrichs, der Gitarre spielt und gar nicht mal schlecht singt, sowie Jürgen Vogel, der das tut was er am Besten kann: Laut auf das Schlagzeug zu trommeln. Die restlichen Stück von Ilja bestechen durch den räudigen Sound seiner nicht mehr ganz jung klingende E-Gitarre. Ein weiteres Highlight ist Robert Fosters (Ja der Sänger von The Go-Betweens)der „Let your light in, Babe“, dass diesen Soundtrack angenehm von anderen abhebt und ihm zur perfekten Untermalung zur Sinnsuche eines Thirtysomethings macht, wie sie in Schwerkraft gezeigt wird.




Fotokredit: Colosseumrecords !

Freitag, 18. Juni 2010

Sommer, Sonne und Fußboi

Hallo liebe Freunde der sommerlichen Musik. Am Freitag den 18. Juni um 23.00 ist es wieder mal soweit: DJ Mad Mäx wird euch mit seinen Scheiben exklusive Sommerhits und aus aktuellem Anlass auch die ein oder andere Fußballscheiben auf die Plattenteller der Gezeichnet fürs Leben Show legen.

Hier als Teaser einen Sommerhit:


Und einen Fußballhit:

Montag, 14. Juni 2010

What are they singing in their lives?

The Pharmacy sind wie es so schön heißt eine junge aufstrebende, hippe Band, wie es die Indiehitspatzenmedienmaschinerie schon seit längerer Zeit von den Dächern pfeift. Normalerweise stimme ich nicht in den Gesang dieser Vögel mit ein. Aber diesmal schon. Und womit? Völlig zu recht, wie ich meine, denn das Trio, dass die letzten Jahre permanent durch die USA tourte, ist mit seinem neuen Album WEEKEND ein großer Wurf gelungen. In New Orleans wurde das neue Album aufgenommen: Im Sommer 2009 in der Nähe von Bayou St. John (wo auch immer das sein mag, Orstkundige Amerikaner mögen meine legere Schreibe entschuldigen!) mit einem 4 Spuraufnahmegerät, ein paar gebrauchten Mikrophonen und einem billigen reverb pedal. Der Sound von The Pharmacy erinnert verdammt an die 60ies, aber an die guten: Hier wurde in den akkustischen Vorgärten der Beatles die Blumen ausgestochen und bei den Kinks eine Brise Rock und Pop abgekupfert, um zum eigenen Retro-Garagen-Punk-Lo-Fi-Pop-Rock zu finden. Großes Kino für die Ohren, was Scott Yoder, Brendhan Bowers und Joey Seward da abliefern!
Das Album WEEKEND ist beim wunderbaren Label SEA YOU Records erschienen! Aber lauscht doch einfach selbst:

Fotocredits: THE PHARMACY, SEA YOU RECORDS